Zum Brocken auf historischen Spuren

Auf historischen Spuren: Von Bad Harzburg über den Teufelsstieg auf den Brocken 

Mal eben eine „Bergtour“ in Norddeutschland machen? Leicht ist dieses Unterfangen nicht. Doch es gibt Möglichkeiten eine Wanderung zu machen, in der fast 1.000 Höhenmeter gemeistert werden müssen. Und um zum Startpunkt zu kommen, benötigt man nicht einmal ein Auto. Vom Bahnhof Bad Harzburg ist so eine Tour möglich – mit dem Ziel Brocken!

Gipfelfelsen

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Zugegeben, 28 Kilometer Wegstrecke und fast 1.000 Höhenmeter hinauf und zurück ins Tal sind nicht ganz ohne. Und eine Wanderzeit von circa acht bis neun Stunden inklusive Pausen ist auch recht lang. Doch der sogenannte Teufelsstieg und das Ziel, der Brocken, lassen die Strapazen schnell vergessen. Die Anreise nach Bad Harzburg ist von Hannover oder Braunschweig mit der Bahn stündlich möglich. Und auch aus Richtung Osten, zum Beispiel aus Halle, ist die Anreise mit einem schnellen Umstieg in Goslar unkompliziert. Alternativ ist eine Brockentour von Ilsenburg oder Wernigerode aus auch ohne Umstieg möglich.

Durch Bad Harzburg bis zum Molkenhaus

Zum Start geht es zunächst rund zwei Kilometer durch die Stadt von Bad Harzburg vorbei an der Radau und vielen Cafés und Restaurants. Der erste Anstieg beginnt an der Burgbergbahn, wo es neben der Fahrt mit der Gondel auf den Berg noch viele weitere Attraktionen gibt: das Haus der Natur, die Bad Harzburger Minigolfanlage, der Baumwipfelpfad oder der Skyrope-Hochseilgarten. Das erste Etappenziel ist das Molkenhaus.

Molkenhaus

Dies kann entweder über den direkten, ausgeschilderten Weg, über die Eckertalklippen oder am Radau-Wasserfall entlang, wo das Wasser eindrucksvoll 22 Meter in die Tiefe rauscht, erfolgen. Letzteres macht allerdings einen kleinen, doch lohnenswerten Umweg erforderlich. Das Molkenhaus ist die erste von zwei Möglichkeiten auf dem Weg zum Brocken einzukehren. Von dort lautet dann das nächste Teilziel Eckertalsperre. Zunächst geht es kurz hinab und dann auf einem malerischen Waldweg durch das Eckertal zur Talsperre. Links rauscht die Ecker vorbei, rechts gibt es einen steilen Hang mit wunderschönen Felsen – unberührte Natur pur.

Eckertalsperre: Wo wandern unmöglich war

Nach etwa anderthalb Stunden wird zunächst das Wasserwerk und schließlich die Staumauer der Eckertalsperre erreicht. Bei der Überquerung der Staumauer wird die frühere Grenze überschritten: von Niedersachsen nach Sachsen-Anhalt bzw. in die ehemalige DDR. Ein Grenzstein auf der Staumauer erinnert daran, dass diese Wanderung vor rund 25 bis 30 Jahren unmöglich war. Wie überhaupt auch der weitere Weg hinauf zum Brocken entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ehemaliges Sperrgebiet ist.

Grenzstein auf der Staumauer

Über den Kolonnenweg auf den Brocken

Entlang des Eckerstausees beginnt der Panaromateil der Wanderung mit dem Blick auf das Wasser und auf den Brocken – wenn er denn nicht gerade im Nebel verschwindet, wie an fast 300 Tagen im Jahr. Das nächste Teilziel und die zweite Einkehrmöglichkeit ist die sogenannte Rangerstation am Scharfenstein. Von dort sind es noch etwa 45 Minuten zum Brockengipfel. Doch die letzten  3,5 Kilometer geht es kontinuierlich bergauf über Betonplatten auf dem ehemaligen Kolonnenweg. Der Weg ist ein weiteres Zeichen aus der jüngeren deutschen Geschichte. Wo jetzt Wanderer, Trail-Runner und Mountainbiker zu finden sind, fuhren einst Grenztruppen auf und ab. Der Weg über die Betonplatten kann im Vergleich zum Wald- oder Schotterboden schon etwas anstregend sein. Abwechslung bieten entlang des Heinrich-Heine-Wegs Tafeln, die an den deutschen Schriftsteller und seine Strapazen, Erlebnisse und Erfahrungen auf dem Weg zum Brocken erinnern. Zudem sind am Weg einige Felsformationen zu bewundern, die die mythischen Geschichten aus dem sagenhaften Harz und seinen höchsten Gipfel lebendig werden lassen.

Der Brocken – alpines Klima im Norden

Im Tal wird der Eckerstausee immer kleiner und der Blick über die Landschaft in Richtung Braunschweig und Hannover wird stetig eindrucksvoller – wenn man denn, wie bereits erwähnt, nicht im Nebel steht. Trotz seiner gerade einmal 1.142 Meter über dem Meeresspiegel kann auf dem Brocken aufgrund seiner exponierten Lage ein raues alpines Klima herrschen. Immerhin liegt der Gipfel jenseits der natürlichen Baumgrenze. Und so geschieht es, dass man trotz des anstrengenden Aufstiegs auf dem Kolonnenweg, unterwegs eine Jacke überzieht um sich vom stärker werdenden kühlen Wind zu schützen. Sehr hohe Windgeschwindigkeiten sind auf dem Brockengipfel jederzeit  möglich. Den Türmen und Antennen auf dem Brocken nähert man sich immer mehr und spätestens, wenn die Brockenbahn und ihre Gleise in Sichtweite sind und die Bäume am Wegesrand weniger werden, weiß man: Es ist nicht mehr weit!

Brockenbahn und Kolonnenweg

Hefeklöße und Schierker Feuerstein im Touristensaal

Auf dem Brocken öffnet sich dann der Blick in alle Himmelsrichtungen. Die körperliche Anstrengung und das Foto am Felsen auf dem Gipfel sollte auch nicht von anderen Brockenbesuchern getrübt werden, die vielleicht von Schierke mit der Brockenbahn eher gemütlich auf den Gipfel gefahren sind. Eine Rast mit Hefeklößen mit Pflaumen und einem schönen Getränk hat man sich jetzt mehr als verdient. Und auch ein „Schierker Feuerstein“, der Schnaps aus dem Harz, ist bei Wanderern beliebt.

Brockenhotel

In Gesprächen mit anderen Wanderern im sogenannten Touristensaal kann man zudem interessante Dinge erfahren. So kann der Brocken auch der Beginn für geplante Touren auf die hohen Berge dieser Welt sein beispielsweise in den Alpen oder auf den Kilimandscharo in Afrika. Denn auf einer Wanderung fast 1.000 Höhenmeter zu meistern, ist eine gute Trainingsgrundlage. Und die Länge der Tour hat es auch in sich, denn man darf nicht vergessen: Es ist gerade Halbzeit und jetzt steht noch der zweite Teil mit 14 km Rückweg an. Diese können über den gleichen Weg erfolgen oder man nimmt den Weg an der anderen Seite des Eckerstausees zurück. Alternativ bietet sich der Weg durch das Ilsetal zum Bahnhof Ilsenburg an.

Blick vom Brocken

Abschluss in Bad Harzburg

Wenn die Kraft am Ende des Weges noch reicht, sollte man die touristischen Attraktionen rund um den Bad Harzburger Burgberg nutzen. Oder man entspannt in den Cafés, Eisdielen und Restaurants von Bad Harzburg. Mit einem Bummel durch die Stadt geht es dann zurück zum Bahnhof. Erschöpft im Zug sitzend ist man stolz auf die absolvierte Tour durch die Harzer Bergwelt. Ein Trip nach Bad Harzburg mit dem Zug lohnt sich auf alle Fälle. Die Tour über den Teufelsstieg ist auch auf dem Mountainbike sehr empfehlenswert. An besonders schönen Tagen besteht allerdings die Gefahr, dass die beliebte Tour etwas überlaufen ist. Zu finden sind  alle Infos zur Tour auch in unserer Harz-App oder in „Unterwegs in Goslar und Umgebung“, dem gedruckten Reiseführer von Das Örtliche. Als Startpunkt der Tour ist dort jeweils der Parkplatz an der Burgbergbahn genannt, der rund zwei Kilometer vom Bahnhof entfernt ist.

Text und Bilder: ©Eike Hergemöller

 

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