Natur-und Wildnisbildung im Nationalpark Harz mit Jens Halves

©Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

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Der Diplom-Biologe Jens Halves arbeitet als pädagogischer Leiter im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus. Mit spannenden Projekten lockt er Menschen von Klein bis Groß in den Nationalpark Harz. In einem Interview erzählt uns Jens mehr über seinen Arbeitsalltag.

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Ein Diplom-Biologe mitten im Harz

Seit 1999 betreibt der aus Hameln stammende Diplom-Biologe Bildungsarbeit im Nationalpark Harz. „Zu Beginn habe ich im Nationalparkhaus St. Andreasberg gearbeitet. Schnell habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit mit Menschen besonders Spaß macht. Mit der Bildungsarbeit kann ich also beides verbinden – Pädagogik und Ökologie. Mein Ziel besteht darin, die wiederentstehende Wildnis im Nationalpark Harz den Menschen  näherzubringen“.

Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus wurde vor sechs Jahren zwischen Bad Harzburg und Braunlage in Torfhaus neu errichtet. Jens gehört seitdem zu den fünf Festangestellten. Im ehemaligen Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus wurden einst 20.000 Besucher pro Jahr erreicht, im neuen Nationalpark-Besucherzentrum  sind dank tollen Angeboten diese zu 120.000 Besuchern pro Jahr herangewachsen. Dieses ist neben dem Dialog und den Bildungsprojekten, auch einer modernen  und interaktiven Ausstellung zu verdanken, die in naher Zukunft erweitert werden soll.

Auf das Angebot der Bildungsarbeit kommen neben Schulklassen, Freizeitgruppen, Jugendherbergen, auch Firmen zurück, die auf der Suche nach einem Betriebsausflug der anderen Art sind.“

Außerdem bildet Jens auch Jugendleiter und angehende  Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen im Rahmen eines Projektes „Wildnis macht stark“ aus. Hierfür kooperiert das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus mit der kommunalen Kinder- und Jugendförderung der Stadt Salzgitter, der Hochschule Magdeburg, dem Diakonie-Kolleg Hannover und der Martin-Luther-Universität Halle.

 

©Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

©Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

Das Projekt ‚Wildnis macht stark‘

Auch wenn der Förderzeitraum nach einer dreijährigen Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt das Projekt ‘Wildnis macht stark’ im Dezember 2014 endete, wird es von allen Bildungspartner aufrechterhalten. Das Projekt basiert auf dem Nationalparkkonzept, dass Natur Natur sein soll. Der Schutz der natürlichen Dynamik der Natur ohne menschliche Zielvorgabe ist das Ziel im Nationalpark Harz entwickelt. “Diese Naturdynamik ist erkennbar und diese möchten wir auch weiterhin den Besuchern näher bringen.”  Bis 2022 sollen gemäß der IUCN, 75% der Landschaft im Schutzgebiet verwildert sein. Aktuell befindet sich der Nationalpark Harz bei ca. 54% Naturdynamikzone, durch weitere Renaturierungsmaßnahmen in der Naturentwicklungszone wird durch die Nationalparkverwaltung der Wildnisanteil weiter steigen. Der Verwilderungsprozess ist also gut im Gange. Diese Entwicklung gilt es durch eine nationalparkspezifische Bildungsarbeit zu unterstützen.

Der Nationalpark Harz ist dabei sich stark zu verändern und diese Veränderungen in der Naturentwicklung sind willkommen. Der Brockenkäfer, die Luchse und die vielleicht wiederkehrenden Wölfe sind nur drei Beispiele dafür. Im Projekt wird das pädagogische Konzept der Bescheidenheit  durch ein neu entstandenes Nationalpark-Wildniscamp mit dem Fortbildungsgang „Wildnis macht stark“ sinnvoll kombiniert.

Mit unserer Bildungsarbeit möchten wir unseren Besuchern ermöglichen sich selber eine Meinung zum Prozessnaturschutz im Nationalpark Harz  zu bilden. Hierfür bieten wir unter anderem Wanderungen mit einfachen Übernachtungen an, um der Natur und den wilden Tieren besonders nah zu kommen. Wenn nachts der Fuchs und der Waldkautz rufen oder morgens eine Luchsspur zu erkennen ist, fühlen sich die Teilnehmer besonders mit der Natur verbunden. Viele der Erwachsenen hinterfragen während solcher Nationalpark-Wildniscamps die eigenen Grundbedürfnisse wie zum Beispiel:  Muss es wirklich immer das neuste Smartphone sein, um glücklich zu sein? Neben dem pädagogischen Programm und beim einfachen Leben im Nationalpark-Wildniscamp auch mit Holz hacken, Feuer machen und gemeinsamen  Geschichten zur Wildnis hat jeder die Möglichkeit auch mehr über sich selbst zu erfahren und stark zu werden!“

©Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

©Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

Das Besucherzentrum TorfHaus im Nationalpark Harz

Die Dauerausstellung im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus liefert Besuchern tolle Informationen rund um den Nationalpark Harz genauso wie ein begleitendes vielfältiges Wanderprogramm. Bei Gruppenführungen kann gezielt auf individuelle Wünsche und Fragen eingegangen werden. Den einen oder anderen Betriebsausflug hat Jens bereits zu den Luchsen und ins Moor geführt – aber keine Angst jeder Teilnehmer hat dank Jens den sicheren Weg nach Hause gefunden.

©Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

©Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

In unregelmäßigen Abständen wird die Wildnisbildungsarbeit mit einem Wildnisforum Nationalpark Harz zu verschiedenen Themen wie z.B. „Welchen Wert hat der Nationalpark Harz“ oder „Wildnisbildung in Großschutzgebieten“ mit Teilnehmern aus ganz Deutschland diskutiert.

Von April bis Oktober ist das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. In den Monaten November bis März von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr sowie in den Ferien in dieser Zeit ist auch montags geöffnet. Geschlossen ist am 24. Dezember und am 1. Januar.

Nationalpark Harz

Wie bedanken uns herzlich für das informative Interview! Übrigens kann man im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus ein spannendes Freiwilliges Ökologisches Jahr oder ein Bundesfreiwilligendienst absolvieren.

Autor: Alina Lipka 

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